Ernährungsweisheiten

Kaffee entwässert

Der Genuss von 3-4 Tassen Kaffee pro Tag hat keinen negativen Einfluss auf die Flüssigkeitsbilanz. Die über den Kaffee zugeführten Flüssigkeitsmenge kann der Flüssigkeitszufuhr insgesamt pro Tag hinzugerechnet werden.

Eine zusätzliche Zufuhr von Wasser zum Ausgleich der Flüssigkeitsbilanz (das häufig gereichte Glas Wasser zum Kaffee) ist somit nicht notwendig.

Kaffee ist ungesund

Seit Jahrhunderten ranken sich viele Mythen um eines der beliebtesten Getränke – den Kaffee. Ihm wird nachgesagt, er schädige die Nebenniere, er blockiere die Blutzirkulation in den Hautgefäßen, er sei schlecht für das Nervensystem, begünstige Herz- und Gefäßkrankheiten und verursache Krebs. Zahlreiche Untersuchungen wurden durchgeführt. Heute weiß man, dass keine dieser Krankheiten durch Kaffeekonsum verursacht wird.

Kartoffeln machen dick

Die Kartoffel selbst macht nicht dick, da sie viel Wasser, aber wenig Fett und Kohlenhydrate enthält. Kartoffelgerichte wie Pommes, Kroketten etc., die mit reichlich Fett zubereitet worden sind, enthalten wesentliche mehr Kalorien. Auch fettreiche Saucen können aus einem Gericht mit gesunden Salz- oder Pellkartoffeln eine Kalorienbombe machen.

Nudeln machen dick

Nudeln bestehen vor allem aus Kohlenhydraten und liefern dadurch viel Energie bei wenig Fett. Dick wird man nur, wenn man es mit der Menge extrem übertreibt. Auf den Hüften machen sich jedoch Sahnesaucen, Mehlschwitzen und dicke Käseüberbackungen bemerkbar. Eine Tomatensauce ist eine kalorienarme Alternative!

Abends essen macht dick

Studien belegen, dass es allein entscheidend ist, wie viele Kalorien man insgesamt am Tag zu sich nimmt, nicht wann.

Light-Produkte machen schlank

Schlank wird nur, wer mehr Kalorien verbraucht als er aufnimmt. Light-Produkte können dazu verleiten, mehr zu essen, weil man sie für kalorienarm hält. Diese Produkte sind jedoch nicht generell kalorienärmer. Oft enthalten sie zwar weniger Fett, dafür aber mehr Zucker als die normalen Produkte. Ein genauer Blick auf das Etikett bringt Klarheit.

Nulldiät macht schlank

Nimmt man kein Eiweiß mehr zu sich, reduziert der Körper zunächst Muskelmasse, bevor er Fettdepots einschmilzt. Der plötzliche Nahrungsmangel führt dazu, dass der Körper den Grundumsatz senkt. Der berühmte Jo-Jo Effekt nach der Diät ist die Folge. Schwächegefühl und Konzentrationsstörungen treten auf. Es kommt zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Erfolgreicher als eine Diät ist eine allgemeine Ernährungsumstellung.

Süßstoffe machen Heißhunger

Für diese Weisheit gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Süßstoffe werden in der Schweinemast zur Verbesserung des Futter-Geschmacks eingesetzt. Die Schweine fressen mehr, bekommen jedoch keine Heißhungerattacken. Süßstoffe erhöhen auch den Blutzuckerspiegel nicht.

Sie sind kalorienfrei und liefern Kariesbakterien keine Nahrung. Eine krebserregende Wirkung wurde in den üblichen Verzehrsmengen nicht nachgewiesen.

Fructose ist gesunder Zucker

Fructose, auch als Fruchtzucker bekannt, kommt u.a. in Obst und Honig vor und ist als Süßungsmittel im Handel erhältlich. In der Werbung wird häufig der Eindruck vermittelt, Fructose sei gesund, da dieser Zucker in Früchten vorkäme. Gesünder als Haushaltszucker ist Fructose jedoch nicht, da beide Zuckerarten neben Kohlenhydraten keine Nährstoffe enthalten.

Salz fördert den hohen Blutdruck

Nur salzempfindliche Personen reagieren auf eine erhöhte Kochsalzaufnahme mit einer Blutdrucksteigerung. Für ältere Menschen kann es gefährlich sein, aus Angst vor Bluthochdruck salzlos zu essen. Sie werden depressiv und sind geistig weniger fit.

Aufgewärmte Pilze sind giftig

Diese Weisheit stammt aus einer Zeit, in er die Konservierung von Lebensmitteln noch nicht so ausgereift war wie heute. Speisepilze sollten immer frisch verarbeitet werden, denn verdorbene Pilze können tatsächlich zu gefährlichen Vergiftungen führen.

Frische Pilzgerichte halten sich aber im Kühlschrank einen ganzen Tag lang und können bei mindestens 70 Grad risikolos wieder aufgewärmt werden. Pilze aus der Dose halten sich länger.

Spinat enthält viel Eisen

Ganze Generationen haben als Kind tapfer Spinat heruntergewürgt – vergebens! Der eisenreiche Spinat ist ein Mythos, dessen Ursache ein Tippfehler oder eine Messung an getrockneten Blättern sein könnte. Jedenfalls enthalten 100 g frischer Spinat nicht 34 mg Eisen, sondern nur 3,4 mg.

Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten kaum Nährstoffe

Der Nährstoffgehalt verarbeiteter Lebensmittel hängt von der Art des Lebensmittels, der Qualität und der Art der Verarbeitung ab. Aufgetaute Tiefkühlerbsen beispielsweise haben einen höheren Vitamin-C-Gehalt als bei Zimmertemperatur länger gelagerte frische Erbsen.

Lebensmittel tierischen Ursprungs haben auf Grund der Fütterung mit nährstoffangereichertem Futter heute teilweise höhere Vitamingehalte als früher. Hinzu kommt, dass nicht wenige Nahrungsmittel heute mit verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden.

Eine warme Mahlzeit täglich muss sein

Grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob wir unser Essen warm oder kalt zu uns nehmen. Da einige Lebensmittel jedoch nur gegart genießbar werden (Kartoffeln, Bohnen), gäbe es bei ausschließlich kalten Mahlzeiten eine gewisse Einschränkung des Speisenangebotes. Es empfiehlt sich zudem nicht, tierische Lebensmittel roh zu sich zu nehmen. Die Gefahr eine Lebensmittelinfektion wäre zu groß.

Muscheln soll man nur in Monaten mit „R” essen

Diese Weisheit hat zwei Ursachen, zum einen die leichte Verderblichkeit der Meeresfrüchte im Sommer zum anderen laichen Muschen in den Sommermonaten, was ihren Geschmack beeinträchtigt.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Studien haben ergeben, dass das Cholesterin im Eigelb das gefährliche LDL-Cholesterin nicht erhöht. Zudem enthält das Eidotter Lezithin, das den Cholesterinspiegel senkt. Hochwertiges Eiweiß, Vitamin A, D, E und B-Vitamine machen das Ei zu einem wertvollen Lebensmittel.

Nektar und Saft – ein und dasselbe?

In der griechischen Mythologie ist „Nektar” das Getränk der Götter. Dies lässt vermuten, dass die Bezeichnung Nektar auf reine Fruchtsäfte zutrifft. Tatsächlich enthalten die als Fruchtnektar angebotenen Getränke jedoch nur 25 – 50 Prozent Fruchtanteil, den Rest bilden Wasser, Zucker und Säure.

Als „Obst- und Gemüsesäfte” dürfen laut Lebensmittelrecht nur solche Getränke bezeichnet werden, die zu 100 Prozent aus Früchten oder Gemüse hergestellt werden. Erlaubt ist das Eindicken oder Konzentrieren des Saftes bei der Herstellung, um Lager- und Transportkosten zu sparen.

Anschließend wird dann wieder mit Wasser verdünnt. Säfte, bei denen darauf verzichtet wurde, werden als “Direktsaft” vermarktet.